
ЮЛИУС ЭВОЛА
последний кшатрий темного века, вертикальный аристократ, тамплиер великой стены
черный барон, бросавший бомбы, писавший картины и потрясающие по глубине книги
защитник Традиции и правый анархист, истинный герой Кали-юги
Julius Evola
Die Gralssage ist auf diese Gedankenwelt
zurückzuführen und nur auf der Grundlage dieser traditionsgebundenen
Lehren und dieser übertraditionellen Symbolik geschichtlich wie auch
übergeschichtlich zu verstehen. Wer die Gralssage inhaltlich damit zu
erschöfpen glaubt, daß er sie als eine nur christliche Legende,
als ein "heidnisch-keltisches Folklore" oder als die poetische Erdichtung
eine sublimierten Rittertums definiert, wird nur das Äußerliche,
das Unbedeutende und Unwesentliche von dieser Literatur empfangen. Ebenso
irreführend wäre jeder Versuch, die Gralssage von einem besonderen
"Volksgeist" abhängig machen zu wollen. Wir können ja erklären:
Der Gral ist ein nordisches Mysterium. Dann soll man jedoch dabei
unter "nordisch" etwas viel tierferes und Umfassenderes als nur Deutsch oder
sogar Indogermansisch verstheen und sich afu dei hyperboräische Tradition
beziehen, die letzen Endes dasselbe wie die Urtradition selbst ist. Auf diese
Tradition lassen sich in der Tat alle Hauptmotive des in Frage stehenden
Zyklus zurückführen.
Äußerst bedeutungsvoll ist in dieser Hinsicht schon die Angabe
des "Perceval le Gallois", daß die Schriften über die Geschichte
des Grals auf der Insel Avallon, auf der "das Arthusgrabmal liegt", gefunden
wurden. Und nicht nur das: andere Texte nennen das Land, in das Joseph von
Arimathia ursprünglich den Gral verbracht hätte, oder in dem gewise
geheimnisvolle Vorfahren Josephs wohnten, die "weiße Insel", isle
blanche und Insel Avallon, Insula Avallonis. Es ist wieder
die Bezeichnung des nordischen Urzentrums. Wurde England als eine Art "Land
der Verheißung" des Grals und als Gegend geschildert, in welcher sich
die Gralsabenteuer hauptsächlich abspielen, so führt schon vieles
zu der Annahme, daß es sich dabei im wesentlichen um ein symbolisches
Land handelt. England wurde auch "Albion" und "weiße Insel" genannt,
Albania ein Teil von ihm, Avallon die Örtlichkeit Glastonbury. Die alte
keltisch-britische Mythologie scheint nämlich auf England oder auf einen
Teil Englands gewisse Erinnerungen und Bedeutungsgehalte übertragen
zu haben, die sich wesentlich auf das nordische Urzentrum, auf Thule, auf
das Sonnenland beziehen. Das wahre "Land" des Grals ist dieses. So geschieht
es, daß das Gralsreich mit dem symbolischen Reiche Arturs, dem
verwüsteten Reich, "la terre gaste" und dem Königreich,
dessen Herrscher verwundet, lethargisch oder verfallen ist, in ebste Verbindung
tritt. Eine Felseninsel, eine Glasinsel, die drehende Insel, "the Isle
of the Tournance", ein von Gewässern umgebenes Land, ein
unzugänglicher Ort, eine Berghöhe, eine Sonnenburg, einn wilder
Berg und ein Berg des Heils ("Montsalvatsche" und Mons Salvationis),
ein unsichtbares, unnahbares, nur von den Gerufenen, und sogar von diesen
nur unter Lebensgefahr erreichbares Schloß usw.: dies sind die
Hauptbühnen aller Abenteuer der Gralshelden; sie sind nichts anderes,
als ebensoviele Erscheinungsformen des symbolischen Wohnsitzes des
Weltkönigs. Die Erinnerung an das Urzentrum kehrt wieder: "Eden" wird
von einem Text das Gralsland genannt. Der Lohengrinzyklus und die Sachsenchronik
von Halberstadt berichten: "Arthur sitzt mit seinen Rittern im Gral, der
damals das irdische Paradies - d. h. das Urland - war, und jetzt ein Ort
der 'Sьnde' geworden ist."
Der Gral ist in der Ritterliteratur eigentlich ein übernatürlicher
Gegenstand, welcher folgende Haupteigenschaften aufweist: Er "nährt"
- (Geschenk des Lebens); er beleuchtet (geistige Erleuchtung); er macht
unbesiegbar. Von seinen übrigen Aspekten sind hier vor allem zwei
hervorzuheben:
Erstens: Der Gral ist ein himmlischer Stein, welcher nicht nur, wie der von
den Thustha aus Avallon mitgenommene Stein, die Könige ernennt, sondern
auch die Herrschar bezeichnet, die "Priesterkönig Johannes" zu werden
haben (Titurel).
Zweitens: Der Gral ist der Stein, der aus der Krone Luzifers im Augenblick
seiner Niederlage sprang (Wartburgkrieg). Als solcher symbolisiert der Gral
eine Macht, die Luzifer im Fall verloren hat, und er bewahrt auch in den
übrigen Texten die Züge eines mysterium tremendum. Wie
eine furchtbare Macht tötet, zerschmettert oder blendet der Gral den
Ritter, der sich ihm zu sehr nähert, ohne gerufen oder dessen würdig
zu sein. Dieser Aspekt des Grals steht mit der sogenannten Probe des
"gefahrvollen Sitzes" in Verbindung. An der Tafelrunde Arthurs fehlt nunmehr
jemand. Ein Platz ist leer, der letzten Endes dem höchsten Haupte des
Ordens zukommt. Wer ihn besetzt, ohne der erwartete Held zu sein, wird vom
Blitz erschlagen oder von der Erde verschlungen. Der Gral ist nur durch Kampf
zu erreichen, "er muoz erstriten werden" sagt Wolfram von Eschenbach.
Das Mysterium des Grals gliedert sich in zwei Motive: Das eine bezieht sich
auf ein symbolisches, als Ebnenbild des höchsten Zentrums erscheindendes
Reich, das wiederherzustellen ist. Der Gral ist in ihm nicht mehr anwesend
oder hat seine Tugend verloren. Der Gralskönig ist siech, verwundet,
vergreist oder von einem bösen Zauber befangen, der ihn scheinbar noch
am Leben hält, während er schon seit Jahrhunderten tot ist (von
dem Turlin).
Das andere Motiv besteht im Vorhandensein eines Helden, der, indem er den
Gral erkämpfen kann, sich zu solcher Wiederherstellung verpflichtet
fühlen soll; andernfalls verfehlt er seine Aufgabe und seine Heldenkraft
wird verflucht (Wolfram). Er soll ein zerbrochenes Schwert wieder
zusammenschmieden können. Er soll der "Rächer" sein. Er soll "die
Frage stellen".
Um welche Aufgabe handelt es sich dabei? Es scheint dieselbe zu sein, die
Hesiod den Heroen zugewiesen hat: jenem Geschlechte, welches in den Zeitaltern
des Verfalls g4eboren, das Urzeitalter wiederzustellen hat. Wie der hesiodische
Held das Titanische überwinden und bezwingen soll, so soll der Gralsheld
die luziferische Gefahr überwinden. Es genügt nicht, daß
sich der Gralsritter in allerlei natürlichen und übernatürlichen
Abenteuern als ein "stählernes Herz" und der "beste und tapferste Ritter
der Welt" erweist: Er soll außerdem "frei von Stolz" sein und "Weisheit"
erlangen (Wolfram, Gautier). Hat Luzifer den Gral verloren, so führen
einige Texte (Grand St. Graal, Gilbert de Mostreuil, Morte Darthur) ohne
weiteres auf Luzifer die dämonische Kraft zurück, die in verschiedenen
Prüfungen gegen die Gralsritter wirkt. Und nicht nur das, sondern jeweils
ist der Gralskönig machtlos durch das Leiden an einer brennenden,
vergifteten Wunde, die er sich im Dienste der Orgelluse zugezogen hat, wobei
ohne weiteres ersichtlich ist, daß Orgelluse nichts anderes als eine
weibliche Personifikation des Prinzips des Stolzes, auf französisch
orgueil, ist. Doch im Schloß derselben Orgelluse werden andere
Gralsritter, wie zum Beispiel Gawain, auf die höchste Probe gestellt.
Sie unterliedgen aber nicht. Sie siegen. Sie ehelichen bzw. "besitzen" Orgelluse.
Der Sinn dieser Prüfungen ist, eine reine Kraft, eine geistige
Männlichkeit zu verwirklichen, die heldische Eigenschaft auf eine
olympische, königliche, sonnenhafte Ebene, auf eine von jeder Macht
des Chaos losgelöste Ebene zu erheben. "Das irdische Rittertum soll
ein himmlisches werden",steht in "Queste du Graal" nachzulesen. Nur unter
dieser Bedingung ist der Weg zur Gralsburg erschlossen und kann man auf dem
"gefahrvollen Sitz" ausharren, ohne zerschmettert zu werden, wie die Titanen
vom Blitz des olympischen Gottes zerschmettert wurden.
Als eigentümliches Hauptmotiv des ganzen Gralszyklus ist jedoch, wie
schon gesagt, das folgende zu betrachten: dem Helden, der so weit in solcher
Vollendung eines nicht-irdischen Rittertums gegangen ist, legt sich eine
weitere, entscheidene Aufgabe auf: wird er einmal in die Gralsburg gelassen,
so soll er die Tragik des verwundeten, gelähmten oder nur scheinbar
lebenden Gralskönigs mitempfinden und die Initiative zur absoluten
Wiederherstellungstat ergreifen. Dies wird von den Texten mehrfach
rätselhaft zum Ausdruck gebracht: der Gralsheld soll z. B. "die Frage
stellen". Welche Frage? Hier scheinen die Autoren schweigen zu wollen. Man
hat den Eindruck, als ob in diesem Punkte den Verfasser etwas am Sprechen
hindert, und daß eine banale Erklärung zur Verschleierung der
wahren Antwort gegeben wird. Verfolgt man jedoch die innere Logik der gesammten
Erzählungen, dann leuchtet beinahe eindeutig ein, worum es sich
tatsächlich handelt: Die zustellende Frage ist die Reichsfrage;
es handelt sich nicht darum, zu wissen, was gewisse
Gegenstände in der Gralsburg bedeuten, sondern es handelt sich darum,
die Tragik des Verfalls zu empfinden und, nachdem man einmal diese Vollendung,
die die Vision des Grals bedeutet, erreicht hat, die Frage der
Wiederherstellung anzuschneiden. Nur auf dieser Grundlage
erklärt sich das Ganze, und die wundertätige Tugend dieser
rätselhaften Frage wird verständlich: weil der Held, der nicht
gleichgültig ist und die Frage stellt, mit dieser Frage das Reich
erlöst. Wer nur scheinbar lebendig war, verschwindet; wer verwundet
war, wird geheilt. Jedenfalls tritt der Held als neuer, wahrer Gralskönig
an den Platz des vorhergegangenen. Ein neuer Zyklus beginnt.
Nach einigen Texten tritt der tote Ritter, der den Helden an seine Rache
und Aufgabe zu erinnern scheint, in einer von Schwänen gezogenen Barke
auf. Der Schwan ist das Tier Apollons im Lande der Hyperboräer, im
nordischen Urland. Von Schwänden gezogen fahren die Gralsritter aus
dem höchsten Zentrum, wo Arthur herrscht: aus Avallon.
In anderen Texten wird der Gralsheld der "Ritter der beiden Schwerter" genannt.
In der theologisch-politischen Literatur jener Zeit, vor allem in der
ghibellinischen, bedeuteten aber die beiden Schwerter nichts anderes als
die doppelte Macht, die doppelte Herrschaft: die zeitliche und die
übernatürliche. Ein klassischer Text spricht vom hyperboräischen
Lande als von dem, aus welchem Geschlechter wie das der Herakliden stammen,
welche zugleich die königliche und priesterliche Würde trugen.
Das unzugängliche und unantastbare Gralsreich
ist auch in jener Form eine Wirklichkeit, derzufolge es an keinen Ort, an
keine sichtbare Organisation und an kein irdisches Königreich gebunden
ist. Es ist eine Heimat, der man - nach einer anderen als der physischen
Geburt - im Sinne einer geistigen Würde zugehört. Dies Reich vereinigt
in unzerreißbarer Kette Männer, die in der ganzen Welt, im Raum,
in der Zeit, in den Völkern zerstreut sein können, und zwar so
weit, daß sie vereinzelt erscheinen, und der eine nicht vom anderen
zu wissen braucht. In diesem Sinne ist das Reich des Grals, wie das Arthurs
und Johannes, wie Thule, wie Mitgaard und Avallon immer da. Es ist wegen
seiner "polaren" Natur unbeweglich. Es ist der Strömung der
Geschichte nicht jeweils näher oder ferner. Vielmehr sind es die
Strömungen der Geschichte, die Menschen und ihre Reiche, die sich ihm
mehr oder wenig anzunдhern vermцgen.
In jedem Ende liegt ein Anfang
beschlossen. Heute löst sich eine Welt des Verfalls auf. Neue Kräfte
tauchen aus den Tiefen auf. Entscheidende Kämpfe bereiten sich vor.
Ursymbole werden heraufbeschworen. Unter dem Zeichen von Hakenkreuzen, Adlern,
römisch-hyperboräischen Äxten marschieren neue Völker.
Der Mythos des Reiches erlebt wieder einmal seine Auferstehung. Man spricht
schon von einem neuen Staat, der Ordensstaat zu werden hat: von einem neuen
Orden, der alle abendländischen, gegen die Dämonie des Kollektivums
und die dunkle Flut der Dritten Internationale rigenden Kräfte zu vereinigen
hat. Damit reifen vielleicht auch allmählich neue Zeiten: in welchen
die Mythen unserer gemeinsamen ghibellinischen Größe, des
unsichtbaren, unantastbaren Zentrums, ds arischen Herrschers, der erwachen
soll, des rächenden und wiederherstellenden Helden nicht mehr als Fabeln
einer verschollenen romantischen Vergangenheit gelten, sondern sich als die
Wahrheit und Wirklichkeit derer offenbaren werden, die man mit Recht als die
allein Lebendigen betrachten kann.
Nun schien zu einer gewissen Zeit das ghibellinische Mittelalter in hohem
Maße eine solche Annäherung aufzuweisen und sozusagen den
geschichtlich-geistigen Stoff zu bieten, vermittels dessen das Gralsreich
nicht nur okkult, sondern auch sichtbar und, wie in den Urüberlieferungen,
zu einer innerlichen, zugleich aber auch äußerlichen Wirklichkeit
würde. Auf diesem Wege läßt sich vertreten, daß der
Gral die Krönung des mittelalterlichen Kaisermythos und das höchste
Glaubensbekenntnis des Ghibellinentums bildete. Ein solches Bekenntnis ist
wirklich eher in der Sage, als im Leben und dem klaren, politischen Willen
jener Zeit zu suchen. Desgleichen drückt sich, was sich am tiefsten
und gefährlichesten im Einzelnen bewegt, weniger durch die Formenbildung
des reflektierenden Bewußtseins aus, als vielmehr durch die Symbolik
des Traumes und der unterbewußten Ursprünglichkeit.
Das Mittelalter harrte des Gralshelden, auf daß der "dürre" Baum
des Reiches wieder erblühte, jede Zerrissenheit, jede Usurpation, jeder
Gegensatz zerstört würde und tatsächlich eine sonnenhafte
Ordnung herrsche. Das Gralsreich, das zu neuem Glanze geführt werden
sollte, ist selbst das Heilige Römische Reich deutscher Nation. Der
Gralsheld der zum "Beherrscher aller Geschöpfe" und derjenige geworden
wäre, welchem die "höchste Macht" überreicht wird, wäre
der geschichtliche Kaiser, "Fredericus", wenn er der Verwirklichende des
Gralsmysteriums bzw. des hyperboräischen Mysteriums gewesen wäre.
Geschichte und Übergeschichte schienen also in einem Augenblick
zusammenzutreffen: Es ergab sich eine Periode der metaphysichen Spannung,
eine Gipfelung und höchste Hoffnung - nachher wieder Zusammenbruch und
Zerstreuung.
Die ganze Gralsliteratur scheint sich in einem kurzen Zeitraum
zusammenzudrängen: kein Text schein vor dem letzen Viertel des
zwölften Jahrhunderts und nach dem ersten Viertel des dreizehnten
Jahrhunderts geschrieben worden zu sein. Am Ende des ersten Viertels des
dreizehnten Jahrhunderts hört man plötzlich auf - etwa, wie einem
Losungswort gehorchend - vom Gral zu sprechen. Erst nach vielen Jahren und
in schon verschiedener Stimmung schreibt man wieder über den Gral. Das
sieht aus, als ob in einem bestimmten Augenblick eine unterirdische
Strömung aufgetaucht wäre, sich aber unmittelbar darauf wieder
ins Unsichtbare zurückgezogen hätte (Weston). Die Zeit dieses
Untertauches der Gralstradition entspricht ungefähr dem Vorabend der
Tragödie der Templer. Vielleicht liegt dort der Ausgangspunkt zum
Zusammenbruch.
Bei Wolfram wurder die Gralsritter "Templeise" bzw. Templer genannt, obwohl
bei ihm kein Tempel in Frage kommt. In gwissen Texten tragen die
Ritter-Mönche der geheimnisvollen "Insel" dasselbe Zeichen der Templer:
Rotes Kreuz auf weißem Gewand. In anderen Texten nehmen die Gralsabenteuer
eine Götterdämmerungswendung an: Der Gralsheld vollbringt wohl
die "Rache" und stellt das Reich wieder her. Eine himmlische Stimme
verkündet jedoch, er solle sich mit dem Gral auf ein geheimnisvolles
Eiland zurückziehen. Das Schiff, das ihn abholt, ist das Templerschiff:
es trägt weise Segel mit rotem Kreuz.
Geheimbünde scheinen, wie auseinanderlaufendes Geäder, die alten
Symbole und Überlieferungen des Gralszyklus nach dem Zusammenbruch der
kaiserlichen Kultur aufbewahrt zu haben: ghibellinische "Getreue der Liebe",
spätere Minnesänger, Hermetisten. Man gelangt damit bis zur
Rosenkreuzerbewegung. Bei den Rosenkreuzern taucht derselbe Mythos wieder
auf: die Sonnenburg, der Imperator als "Herrscher des vierten Reiches" und
Zerstörer jeder geistigen Usurpation; eine unsichtbare Bruderschaft
von transzendenten, ausschließlich durch ihre Absicht und ihr Wesen
geeinten Persönlichkeit; zuletzt das sonderbare Geheimnis der Auferstehung
des Königs, ein Geheimnis, das sich in die Feststellung verwandelt,
daß der König schon lebe und wache. Wer diesem Mysterium beiwohnt,
trägt die Templerfahne: eine weiße Fahne mit rotem Kreuz. Auch
das Gralstier, die Taube, ist dabei.
Ein Losungswort scheint jedoch auch hier gegeben zu sein. In einem bestimmten
Augenblick hört man überall plötzlich auf, über die
Rosenkreuzer zu reden. Nach der Tradition sollen die letzen echten Rosenkreuzer
zu der Zeit, in welcher Absolutismus, Rationalismus, Individualismus und
Aufklärung bereits im Begriff waren, der französischen Revolution
die Wege zu ebnen, das Abendland verlassen und sich nach "Indien"
zurückgezogen haben(1).
Indien ist hier ein Symbol. Es bedeutet die Stätte des
Priesterkönigs Johannes, des arischen Weltkönigs. Es ist Avallon.
Es ist Thule. Nach einem Text sind dunkle Zeiten über Salvatierra gekmmen,
wo die Monsalvatritter sich befinden. Der Gral darf dort nicht länger
bleiben. Er wird nach "Indien" verbracht, nach dem Reiche des Königs
Johannes, welches "bei dem Paradiese" liegt. Sind die Gralsritter dort einmal
gelandet, so erscheint plötzlich und wundertätig dort auch der
Monsalvat und seine Burg, weil "unter den sündigen Völkern nichts
davon verbleiben soll". Parsifal selbst nimmt das Amt des "Priesters Johannes"
an. Von Shambala, der mystischen "Stadt des Nordens", wohin die "nördlichen
Wege" bzw. die "Wege der arischen Götter", deva-yâna, führen,
wird von den tibetanischen Asketen gesagt: "Sie liegt in meinem Geist".
Anmerkungen:
(aus: Geist der Zeit, 3/1939, S. 145ff.)
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