Julius Evola

HEIDNISCHER IMPERIALISMUS

Nachwort


Baron Julius Evola ist in Rom geboren und entstammt einer Patrizierfamilien nordisch-normannischen Ursprungs (Evola = Hevelar). Er nimmt im neuen Italien eine Sonderstellung ein durch die Vielseitigkeit seines Wirkens, das sich von der Metaphysik bis zur Politik und zur Wiedererweckung der Urtraditionen der arischen Rassen erstreckt.
Als Philosoph ist Evola derjenige gewesen, der die Strцmung des absoluten Idealismus zu ihren letzten Konsequenzen gefьhrt hat, indem er eine entschiedene voluntaristische Tendenz eigener Prдgung in sie gebracht und sich fьr den Ewigkeitswert von Nietzsches Lehre auf derselben transzendentalen Ebene eingesetzt hat, die dem groЯen deutschen Idealismus eigen war. Seine SchluЯfolgerung ist, daЯ, wenn die moderne Philosophie die hцchsten Probleme lцsen soll, die ihr durch den Kritizismus gestellt werden, sie sich selbst ьberwinden und Tat werden muЯ: Tat jedoch in einem transzendenten Sinne verstanden, die mit der ьberrationalen und ьbermeschlichen Verwirklichung des "absoluten Individuums" selbst zusammenfдllt. Evola hat diese Theorien systematisch entwickelt in den Werken: "Saggi sull'Idealismo magico" (Todi, 1925), "L'Individuo e il divenire del Mondo" (Rom 1926), "Teoria dell'Individuo Assoluto" (Turin, 1930), "Fenomenologia dell'Individuo Assoluto" (Turin, 1931).
Nachdem er die Philosophie auf eine Einfьhrung zu einer "Ьberphilosophie" und zu einer transzendenten Praxis reduziert hat, ist Evola an die Darstellung und Auslegung der Lehren einer traditionsgemдЯen Wissenschaft gegangen, die heute in Vergessenheit geraten oder durch die modernen theosophischen und okkultistischen Verirrungen verfдlscht worden ist. Es ist die Wissenschaft von der absoluten geistigen Verwirklichung, die er als einheitlich hinter der Mannigfaltigkeit ihrer bald mystischen, bald rituellen, bald initiatischen, bald magischen Erscheinungsformen oder Anpassungsarten wiederentdeckt. Im Mittelpunkt steht das "solare" und ьberreligiцse Ideal einer Geistigkeit, die Macht ist, und einer Macht, die Geistigkeit ist. Hier sind die folgenden Werke zu nennen: "L'Uomo come potenza" (Todi, 1927), "La Tradizione Ermetica" (Bari, 1931), und vor allem die drei Bдnde der "Introduzione alla Magia quale Scienza dell'Io" (Rom, 1927 bis 1929), welche Monographien des von Evola ins Leben gerufenen und von ihm geleiteten Kreises "Ur" enthalten; ferner sein letzterschienene Schrift: "Maschera e volto dello Spiritualismo contemporaneo" (Turin, 1932), worin der Verfasser die hauptsдchlichen modernen Richtungen des Spiritualismus, des Mystizismus, der Psychoanalyse usw. einer strengen Kritik unterzieht, um ihnen jene Geisteshaltung entgegenzustellen, die der traditionalen Welt eignet.
Seinen absoluten Standort behauptend, hat sich Evola auch den Problemen der heutigen Kultur und dem Geheimnis ihrer Krise zugewandt. Seine systematische Tдtigkeit auf diesem Gebiet hat ihren Niederschlag in Vortrдgen und Aufsдtzen fьr Zeitungen und Zeitschriften, auch deutsche, gefunden, dann in dem Buch "Imperialismo Pagano" (Rom, 1928), in seinem neuen groЯen Werk "Rivolto contra il Mondo Moderno" (Mailand, 1933), sowie in der von ihm gegrьndeten Zeitschrift "La Torre" (Rom, 1930), um die in Bezug auf gewisse minderwertige Aspekte des italienischen Faschismus die heftigsten Kдmpfe entbrannten.
In dieser Beziehung ist Evola als der Fьhrer des sogenannten "Heidnischen Imperialismus" zu betrachten, einer Strцmung, deren indirekten und verborgenen Einfьssen nachzugehen interessant wдre, die sie auf die Entwicklung des Faschismus ausgeьbt hat. Der Gedanke Evola ist eindeutig antimodern, "reaktionдr" und aristokratisch. Der ProzeЯ, den er der zeitgenцssischen "Zivilisation" macht, ist einer der erbittertsten und radikalsten, die je gefьhrt worden sind. Aber in Evola ist gleichzeitig das Wissen um die ursprьnglichen Werte lebendig, in deren Namen man das Recht zur Negation hat; Werte, die ihm als Grundlage dienen zum notwendigen traditionellen Wiederaufbau. Der semitisch-christlichen Religion das hцhere Ideal einer Geistigkeit imperialen und heroischen Typus entgegensetzend, ist die von Evola ins Leben gerufene Strцmung die eines gibellinischen Extremismus im Rahmen der faschistischen Bewegung. Das Buch "Imperialismo Pagano", das 1928 erschien und dann neu aufgelegt wurde, hat damals einen polemischen Sturm entfesselt, der auch in der auslдndischen Presse ein Echo gefunden hat. In ihrer aristokratischen Unnachgiebigkeit und ihrer Unabhдngigkeit hinsichtlich jeder parteilichen Begrenzung wurden die Thesen Evolas als diejenigen erkannt, die, konsequenter verfolgt, das hцchste Ideal des Faschismus hдtten zum Ausdruck bringen kцnnen. Und gerade durch die Aufdeckung des Abstandes zwischen Sein und Sollen des Faschismus sind um den Kreis Evolas wahre polemische Schlachten entstanden.
In Italien ist Evola fast der einzige, der die nordisch-arische und antisemitische Idee vertritt; und von denen, die um einer besseren Zukunft willen die Prдmisse eines ideellen und traditionellen rцmisch-germanischen Blocks aufstellen, ist er zweifellos der entschiedenste und bedeutungsvollste Exponent.
Fьr die deutsche Ausgabe des "Heidnischen Imperialismus" hat der Verfasser den Originaltext eigens umgearbeitet, wodurch die Thesen unmittelbar ins Licht gerьckt werden, die von allgemeiner Gьltigkeit sind und die deshalb als schцpferische Krдfte auch innerhalb der deutschen Kultur sich auswirken kцnnen.

(Erschienen 1933 im ARMANEN-VERLAG, Leipzig; Deutsch von Friedrich Bauer. Die Originalausgabe erschien 1928 bei ATANOR, Todi.)



Эвола

Библиотека традиционалиста | Арктогея | Ариес |Милый ангел | Вторжение | Элементы | Новый Университет

Конец мира | Каталог "Арктогеи" | FINIS MUNDI | Статьи Дугина | Книги Дугина | Поэзия | Артгалерея