Julius Evola

HEIDNISCHER IMPERIALISMUS

SchluЯfolgerung


Damit glauben wir genьgend gesagt zu haben, damit die Grundzьge unseres imperialen Mythos deutlich erkennbar werden. Hier handelte es sich nur um eine Stellungnahme. Die systematische und vertiefte Entwicklung der Voraussetzungen, welche diese Stellungnahme in einer Form unterbauen kцnnen, die nicht, wie hier, die eines Feldzuges ist, findet man in unseren anderen Schriften.
Wir haben zu Beginn gesagt, daЯ die europдische Kultur einen radikalen Umschwung zu erwarten hat, ohne den sie zum Zusammenbruch verurteilt ist. Der plebejische Aberglaube, derzufolge der abendlдndische Mensch an das Hirngespinst der Entwicklung geglaubt und seine materielle Eroberung der Welt geheiligt hat, ist glьcklich verflogen. Vom Untergang des Abendlandes zu sprechen, ist nicht mehr, wie gestern - wie im Jahrhundert der Aufklдrung und der Gцttin Vernunft im Jakobinerkostьm -, eine absurde Ketzerei. Schon ein wenig ьberall werden die letzten SchluЯfolgerungen sichtbar, zu denen die gerьhmte "Zivilisation" fьhren muЯte. Gegenьber diesen SchluЯfolgerungen, scheint es, kehren manche um, erstehen neue Krдfte zur Wiedereroberung.
Und deshalb ist ein Aufruf wie der, der das vorliegende Buch sein will, heute nicht ohne Daseinsberechtigung. Es gibt noch Menschen, die nicht dieser modernen Welt angehцren und die nichts in dieser Welt zu beirren, zu erhцhen oder zu erniedrigen vermцchte - aber die gleichwohl bereit sind, fьr diese Welt mit allen ihren Krдften zu kдmpfen, wenn der Augenblick gekommen sein wird.
Allen bekannt ist die Sage von dem gibellinischen Kaiser, der im "Berg" der Wiedererweckung harrt, um mit seinen Getreuen die letzte Schlacht zu schlagen. Wann es zu dieser kommen wird, wann die Scharen von Gog und Magog die symbolischen Mauer gesprengt haben werden, die ihnen den Weg versprerrte, und wann sie hervorbrechen werden zur Eroberung der Welt - wer den Sinn dieses apokalyptischen Mythos in die Wirklichkeit ьbertrдgt, kann sich des Gedankens nicht erwehren, daЯ der Augenblick nicht mehr fern ist. Die Scharen von Gog und Magog sind die Dдmonie des Kollektiven und der sozialistische Anbruch des in aller Welt allmдchtigen Massenmenschen, im Geist wie in der Materie. Ihnen gegenьber bedeutet das imperiale gibellinische Symbol den Ruf zum Sammeln fьr die noch gesunden Krдfte.
Wir haben nicht viel von "Politik" gesprochen, von sozialen oder wirtschaftlichen Reformen, denn der Gedanke ist einfach lдcherlich, man kцnne auf diesem Weg zu einer Erneuerung gelangen: ebensoviel wьrde es nutzen, auf die kranken Kцrperteile Rezepte zu kleben, wдhrend das Blut bereits infiziert und vergiftet ist. Das einzige, was zдhlt, ist eine Ordnung der Werte aufzustellen, von deren Verwirklichung ausgehend die dunklen Geschicke, die auf Europa auch auf der materiellen Ebene lasten, beschworen werden kцnnen. Wer uns sagt, daЯ das nicht Politik und Wirklichkeit sei, dem antworten wir gelassen, daЯ er nicht mehr wisse, was Politik bedeutet, noch, was Wirklichkeit bedeutet.
Die von den Augenblicken der Gefahr, der Krise und des Alarms erzeugte Erregung setzt sich aus verschiedenen, oft irrationalen und widerspruchsvollen Elementen zusammen. Die verschiedenen sozialen und kulturellen, reaktionдren und reformistischen Bewegungen untersuchend, wird man infolgedessen heute viele unsauberen, von unten bedingten Faktoren finden, Affekte, die in der einen oder anderen Weise zu demselben Ьbel gehцren, gegen das sie sich zur Wehr setzen mцchten. In mancher wird indessen auch etwas Besseres zu finden sein, ein Wille, in welchem dunkel die Mцglichkeit einer wahren Wiedergeburt auferwacht.
Diesem Willen gilt es, den Weg zu weisen.
Fьr die Ungebrochenen, die Unbesiegten stellen wir das traditionsverwurzelte Symbol auf und sagen, daЯ nur durch eine Rьckkehr zur solaren Geistigkeit, zum lebendigen Weltbild, zum mдnnlichen und heidnischen Ethos und zum imperialen Ideal, dem heiligen Erbe unseres nordisch-arischen Blutes, die Krдfte der europдischen Erhebung in jener Seele aufglьhen kцnnen, der sie bis heute ermangeln und die allein ihnen ein absolutes EigenbewuЯtsein zu geben vermцchte, die allein sie dazu bringen kцnnte, den Ring des abendlдndischen "dunklen Zeitalters" zu sprengen.

(Erschienen 1933 im ARMANEN-VERLAG, Leipzig; Deutsch von Friedrich Bauer. Die Originalausgabe erschien 1928 bei ATANOR, Todi.)



Эвола

Библиотека традиционалиста | Арктогея | Ариес |Милый ангел | Вторжение | Элементы | Новый Университет

Конец мира | Каталог "Арктогеи" | FINIS MUNDI | Статьи Дугина | Книги Дугина | Поэзия | Артгалерея