
ÞËÈÓÑ ÝÂÎËÀ
ïîñëåäíèé êøàòðèé òåìíîãî âåêà, âåðòèêàëüíûé àðèñòîêðàò, òàìïëèåð âåëèêîé ñòåíû
÷åðíûé áàðîí, áðîñàâøèé áîìáû, ïèñàâøèé êàðòèíû è ïîòðÿñàþùèå ïî ãëóáèíå êíèãè
çàùèòíèê Òðàäèöèè è ïðàâûé àíàðõèñò, èñòèííûé ãåðîé Êàëè-þãè
Julius Evola
Kehren wir zu dem zurück, wovon wir am Anfang dieses Kapitels sprachen, so finden wir also hinter dem "Volk", von dem die Demokraten reden, die "Vielen" - welche (und hier liegt der Unterschied) im gleichmacherischen Sinne verstanden sind, insofern man darauf ausgeht, über die Anerkennung der Führer nicht die Qualität, sondern die Quantität entscheiden zu lassen (die größte Zahl, die Mehrheit des Wahlsystems). Aber die Quantität kann ein Kriterium nur sein unter der Voraussetzung der Gleichheit der Einzelnen, die den Wert der Stimme eines jeden gleich macht.
Nun ist der "ewige Grundsatz" der Gleichheit gerade das, was am ehesten bestritten werden kann. Die Ungleichheit der Menschen ist etwas zu Augenfälliges, als daß es sich lohnte, Worte darüber zu verlieren: man braucht nur die Augen zu öffnen. Doch die Gegner, die das zugeben werden, werden eine Prinzipienfrage daraus machen und sagen: schön, die Menschen sind ungleich, aber sie sind es de facto, nicht de jure: sie sind ungleich, aber sie dürften es nicht sein. Die Ungleichheit ist ungerecht, und sich nicht daran zu kehren, ja, sich jenseits ihrer zu stellen, darin liegt gerade der Wert und die Überlegenheit des demokratischen Ideals.
Das sind gleichwohl nur Worte: Tatsache ist, daß der Begriff der "Vielen" logisch dem Begriff der "vielen Gleichen" widerspricht.
So will es erstens Leibnizens Satz von der Identität des Ununterscheidbaren, der folgendermaßen lautet: ein Wesen, das absolut identisch mit einem anderen wäre, würde ein und dasselbe Ding mit ihm sein. Kant suchte diesen Satz zu widerlegen, indem er sich auf den Raum bezog, in welchem, nach ihm, gleiche und doch voneinander verschiedene Dinge sein können: aber auch abgesehen von der Ungereimtheit, das auf geistiges Gebiet zu übertragen, was nur der physischen Welt eignet, weist der moderne Raumbegriff diesen Einwand zurück, weil für ihn jeder Punkt ein verschiedener Wert wird, übernommen von der Funktion des vierdimensionalen Kontinuums des Minkowski. Der Begriff der "Vielen" impliziert also den einer grundsätzlichen Verschiedenheit: von "vielen" Gleichen, absolut Gleichen, wären nicht viele, sondern nur einer. Die Gleichheit der Vielen wollen, ist ein Widerspruch im Wort.
So will es zweitens der Satz vom zureichenden Grund, der folgendermaßen lautet: Für jedes Ding muß ein Grund vorhanden sein, daß es dieses und nicht ein anderes Ding ist. Nun wäre ein Wesen, das einem anderen absolut gleich ist, ohne "zureichenden Grund": es wäre eine tatsächlich bedeutungslose Dublette.
Aus diesen beiden Punkten ergibt sich also, vernunftgemäß begründet, der Begriff, daß die "Vielen" nicht nur ungleich sind, sondern es auch sein müssen, daß die Ungleichheit de facto nur wahr ist, weil sie es de jure ist, daß sie nur wirklich ist, weil sie notwendig ist.
Aber die Ungleichheit aufstellen, will heißen, über die Quantität hinausgehen, will heißen, zur Qualität übergehen; und damit rechtfertigt sich die Möglichkeit und die Notwendigkeit der Hierarchie, damit erweist sich, daß das Kriterium der "Mehrheit" widersinnig ist, daß jedes Gesetz und jede Moral, die von gleichmacherischen Voraussetzungen ausgehen, unnatürlich und gewalttätig sind.
Wiederholen wir, daß es die Höherstehenden sind, die über die Tieferstehenden zu urteilen haben, und nicht umgekehrt. Wie es das Merkmal des Irrtums ist, sich nicht als Irrtum zu erkennen, aber das Merkmal der Wahrheit, sich von selbst als Wahrheitsbewußtsein aufzudrängen, das gleichzeitig den Irrtum als Irrtum erkennt - so ist das Merkmal dessen, was höherstehend ist, sich unmittelbar als höherstehend aufzudrängen gegenüber dem Tieferstehenden, das eben durch dieses Sich-Aufdrängen des ersten zum Tieferstehenden gemacht worden ist. Das Höherstehende darf nach keinerlei Sanktionierung oder Anerkennung fragen, es muß sich vielmehr gründen einzig auf das direkte Überlegenheits-Bewußtsein derer, die überlegen sind und sich als Überlegene über jeden Beweis stellen.
Aus diesem Grund kann auch das sogenannte Kriterium des "Nutzens" keinerlei Stütze sein. Man müßte tatsächlich erst fragen, was nützlich ist, in bezug auf was und auf wen. Zum Beispiel besteht auch im demokratischen System ein Rest von Gewalt fort - der Gewalt, die zur aufgestellten Autorität gehört, die einen Fiskus, Zivil- und Strafgesetz usw. im Gefolge hat. Diese Gewalt nennt man nicht Gewalt, weil man sie zum Nutzen der Mehrzahl für dienlich hält. Aber wer bestimmt und rechtfertigt diesen Nutzen, und wer zieht also die berühmte Grenzlinie zwischen "Legalität" und "Illegalität"? Daß es die Masse in einer vernunftgemäßen Ordnung der Dinge nicht kann, wegen der Unbeständigkeit und der Unzulänglichkeit ihres diskriminatorischen Vermögens, haben wir schon gezeigt. Und wenn man sich deshalb nicht darauf versteht, den Mittelpunkt zur Qualität hin zu verrücken, wird sich alles in der denkbar schlimmsten Tyrannei auflösen: jener, die von der Zahl ausgeübt wird über qualitativ höherstehende Minderheiten, die unerbittlich hineingezogen werden ins gesetzgewordene Räderwerk, in die Determinismen des niedrigen Lebens und der organisierten "Gesellschaft", ganz wie es im modernen Abendland der Fall ist.
Freilich ist auch dieser "Nutzen" etwas viel weniger Absolutes als man annehmen möchte, in bezug auf die Masse selbst. Wegen des besagten irrationalen Charakters der Massenpsychologie ist das, was die Masse tut, ganz selten dieses rein und lediglich "Nützliche" gewesen, und noch weniger der autonome Wille der Vielen; weit öfter sind es die Macht und die Suggestionskraft einzelner Personen gewesen, von welcher die Mehrzahl der Anhänger nur eine Folge und ein Echo war. Und die mächtigen Individuen haben die Menge dahin zu bringen verstanden, wohin sie wollten, indem sie alle die mediokren, bürgerlichen, säuberlich errechneten Normen des "Nützlichen", des Bekömmlichen und des Allgemeinwohls über Bord geworfen haben. Die Geschichte zeigt uns das überall: von Begeisterung für einen Mann, für ein Symbol, für eine Idee entflammt, haben Millionen Menschen die Schranken der klugen Normalität durchbrochen, haben sich geopfert, sind entbrannt, haben sich zerstört.
Der Demokratismus weiß das. Und deshalb sucht er langsam, vorsichtig, durch ganz Europa sich schlängelnd, das Geschlecht der Führer, der Beseeler, der Bezauberer auszutilgen und eine Nivellierung zu schaffen, damit alles auf die Autonomie beschränkt werden kann, die den Gliedern eines sich selbst überlassenen Wirtschaftsmechanismus eignet. Und das Spiel scheint in der letzten Zeit in erschreckendem Maß zu gelingen. Das bolschewistische Rußland und das demokratisierte und mechanisierte Amerika stehen sich wie zwei Symbole, zwei Pole ein und derselben Gefahr gegenüber.
Diesem Willen zum Niedergang, dieser Dämmerung, in der die abendländische "Zivilisation" versinkt, stellen wir uns entgegen. Wir, die wir nach Nietzsche noch einmal zur Besinnung und zur Sammlung aufrufen. Mögen unsere Nationen der bolschewistisch-amerikanischen Flut ein "Bis hierher und nicht weiter!" entgegensetzen. Nicht mit Worten, mit Drohungen und leeren Erklärungen, sondern schweigend, indem sie sich absondern und ein Adelstum schaffen, eine Elite, die, in der lebendigen Wirklichkeit höherer Wesen, festhält an den Werten unserer Tradition.
Dannach wird sich alles übrige als natürliche Folge ergeben.
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