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ïîñëåäíèé êøàòðèé òåìíîãî âåêà, âåðòèêàëüíûé àðèñòîêðàò, òàìïëèåð âåëèêîé ñòåíû
÷åðíûé áàðîí, áðîñàâøèé áîìáû, ïèñàâøèé êàðòèíû è ïîòðÿñàþùèå ïî ãëóáèíå êíèãè
çàùèòíèê Òðàäèöèè è ïðàâûé àíàðõèñò, èñòèííûé ãåðîé Êàëè-þãè
Julius Evola
Der Verfall der imperialen Idee
Wie sich ein lebender Körper nur aufrecht erhält, sofern eine Seele da ist, die ihn beherrscht, so ist jede soziale Organisation, die nicht in einer geistigen Wirklichkeit wurzelt, äußerlich und vergänglich, unfähig, sich im Kampf der verschiedenen Kräfte gesund und identisch zu erhalten; sie ist nicht eigentlich ein Organismus, sondern eher etwas Zusammengesetztes, ein Aggregat.
Die wahre Ursache für den Verfall der politischen Idee im heutigen Abendland liegt in dem Umstand, daß die geistigen Werte, die einst die soziale Ordnung durchdrangen, abhanden gekommen sind, ohne daß es bisher gelungen wäre, etwas anderes an ihre Stelle zu setzen. Das Problem ist auf die Ebene von wirtschaftlichen, industriellen, militärischen, Verwaltungs- oder höchstens Gefühlsfaktoren heruntergebracht worden, ohne daß man sich davon Rechenschaft gegeben hätte, daß das alles nichts ist als Materie, notwendig, soweit man nur will, aber niemals ausreichend; so wenig imstande, eine gesunde und vernünftige, auf sich selbst gestellte Ordnung zu schaffen, wie die bloße Begegnung mechanischer Kräfte ein lebendes Wesen hervorzubringen vermag.
Inorganizität, Äußerlichkeit - das sind die hervorstechenden Merkmale der zeitgenössischen sozialen "Organisation". Das das Oben vom Unten zu bestimmen ist, daß das Gesetz und die Ordnung, statt sich zu rechtfertigen in einer Aristokratie, in einem Qualitätsunterschied, in einer geistigen Hierarchie, sich auf der zufälligen Verknotung des Interessenausgleichs und der Begierden einer anonymen, bereits jeden höheren Empfindens baren Menge aufzubauen haben - das ist der Grundirrtum, auf dem diese Organisationen beruhen.
Die Wurzel dieser Entartung reicht in ferne Zeiten zurück, eben in jene Epochen, in denen sich die ersten Verfallsprozesse der nordisch-solaren Tradition abspielten. Sie hängt zusammen mit der Trennung der beiden Mächte, mit der Abspaltung des königlichen Prinzips vom sakralen, mit dem Dualismus, durch den sich auf der einen Seite eine materielle Männlichkeit ergibt - der weltliche Staat, der Herrscher als rein zeitliche und wir möchten fast sagen luziferische Wert -, auf der anderen eine unmännliche Geistigkeit, anti-nordisch und anti-aristokratisch, eine Geistigkeit "priesterlichen" und "religiösen" Typs, die sich aber dennoch das Hoheitsrechts anmaßt.
Die Bildung einer Priesterkaste als besondere und herrschende Kaste hat notwendig zur Entweihung, zur Verweltlichung und zur Materialisierung der politischen Idee geführt: alles übrige ist nur die Folge davon. Die erste antitraditionelle Revolution war die, in welcher der Priester den "göttlichen König" verdrängte, in welcher die "Religion" den Platz der Eliten einnahm, die Träger der solaren, sieghaften und aristokratischen Geistigkeit waren.
Erscheinungen dieser Art lassen sich schon an der Schwelle der Vorgeschichte wahrnehmen, in der vorchristlichen und nichtchristlichen Welt: aber sie stießen fast immer auf Reaktionen, die ihre Wirkung begrenzten und die Möglichkeit weiterer Zusammenbrüche verhinderten. Selbst in Indien, wo die brahmanische Kaste oft zur Priesterkaste wurde, dauerte trotz allem der Nachhall einer höheren, der Kaste der ksatriya zugehörigen Geistigkeit fort, und Buddha - gleich Zarathustra - war ein Aszet aus königlichem Blut.
Erst im Abendland, mit der Heraufkunft der semitischen Religion und des semitischen Geistes, scheint der Bruch entscheidend und unter vielen Gesichtspunkten unheilbar geworden zu sein.
Das frühe Christentum mit dem Transzendentismus seiner Werte, die alle in der Erwartung jenes "Reichs" gravitieren, das "nicht von dieser Welt ist", mit dem charakteristischen semitischen Willen zur Unterwürfigkeit Gott gegenüber und zur Demütigung der Kreatur, zerbrach die "solare" Synthese aus Geistigkeit und politischer Macht, aus Königtum und Göttlichkeit, welche die antike Welt kannte.
An sich, in ihrer tiefen Verachtung für jede weltliche Sorge genommen, konnte die galiläische Lehre nur dazu führen, nicht nur den Staat, sogar die Gesellschaft unmöglich zu machen. Aber beim Schwinden dessen, was die Triebfeder einer solchen Lehre war - der Anbruch des "Reiches", in welchem alle Werte vertauscht und die Erniedrigten erhoben sein werden -, wurden der Geist und die Unversöhnlichkeit der frühen Lehre verraten; neue Kräfte erstanden, um dem einen Platz in der Welt einzuräumen, was "nicht von dieser Welt" ist. Man gelangte zu einer Normalisierung. Man gelangte zu einem Kompromiß. Das semitische Element ging dazu über, das universale Symbol des Römertums zu erobern. Die katholische Kirche erstand, ein Mischgebilde, in welchem die Romanisierung, d. h. die Paganisierung einiger Seiten der ursprünglichen Lehre indessen nicht verhinderte, das den Mittelpunkt das "lunare", priesterliche, weibliche Ideal der Geistigkeit einnahm, die Stimmung derer, die "glauben" und "lieben", die nur Kinder und Diener "Gottes" sind und die auf ihre brüderliche, sozusagen gynäkokratisch aufgefaßte Gemeinschaft (die Mutter Kirche) das Hoheitsrecht übertrugen.
Halten wir dies einmal fest. Zwischen dem Christentum und dem Katholizismus ist zu unterscheiden. Das Christentum als solches, d. h. in seinem ursprünglichen und revolutionären semitischen Aspekt, ist die mystische Entsprechung zur Französischen Revolution von gestern, zum Kommunismus und Sozialismus von heute. Das Christentum als katholische Kirche dagegen übernimmt zum Teil einige Formen der heidnisch-römischen Ordnung: etwas höchst Widerspruchsvolles, denn sie sind einem Inhalt geliehen, einem Werte und Glaubenssystem, das dem "solaren" Geist des römischen Heidentums widerstrebt, sie stehen im Gegensatz zu diesem Geist.
In diesem ihrem inneren Widerspruch ist die Ursache für den Bankrott des hegemonistischen Anspruchs der Kirche zu suchen, ihre Ohnmacht, in Wahrheit das Erbe dessen anzutreten, was durch den asiatisch-semitischen Aufstand zersetzt worden war: das römische Weltreich.
In der Tat ist die katholisch Kirche nicht heidnisch genug, um den Dualismus völlig aufzuheben: und so unterscheidet sie, trennt den geistigen Bereich vom politischen, die "Seel"-Sorge von der weltlichen. Vergeblich bemüht sie sich dann, die beiden Teile wieder zu vereinen. Sei ist in eine Sackgasse geraten.
Folgerichtig hat die Haltung der Welfen, die die Möglichkeit eines autonomen weltlichen Staates gegenüber der Kirche nicht zulassen, die eine restlose Unterordnung des Adlers unter das Kreuz verlangen. Was bliebe aber in diesem Fall noch der Kirche, um sich christlich nennen zu können, um ihre Abkunft von demjenigen zu rechtfertigen, der den Verzicht gepredigt hatte, die Eitelkeit der weltlichen Sorge und die Gleichheit der Menschen, die von Natur aus Diener Gottes sind und deren Reich nicht von dieser Welt ist? Wie die Herrschaft und die Hierarchie aufrecht erhalten, wenn nicht durch den tatsächlichen Übergang zu den heidnischen Werten der Bejahung, der Immanenz und der Differenzierung? So geschah es auch in der Kirche in ihrer goldenen Zeit, im Mittelalter, wo sie einen Augenblick lang, galvaniert vom nordisch-germanischen Geiste in dem, was sie an Römischem Aufweisen mochte, den Anschein erweckte, als wollte sie wirklich alle Völker des Abendlandes in einer ökumenischen Einheit wieder umfassen. Trotzdem war das eine Fata Morgana, etwas ohne dauerhafte Realität - im Grunde nur ein Darbieten des Problems in Form einer Lösung, eine Lösung des Widerspruchs de facto, nicht aber de jure.
Andererseits aber steht nach wie vor fest, das ein Imperium, das wirklich ein Imperium ist, unmöglich über sich eine Kirche als besondere Organisation dulden kann. Ein Imperium, dessen Herrschaft rein materiell ist, kann eine Kirche sicherlich tolerieren und ihr sogar überlassen, was die Sorge um die geistigen Dinge anlangt, an denen es hypothetisch uninteressiert ist. Nur daß ein solches Imperium, wie wir oben schon sagten, für uns nichts als ein Schein-Imperium ist. Ein Imperium ist nur ein solches, wenn es eine immanente Geistigkeit aufweist; dann aber kann es keinerlei Organisation anerkennen, die sich das Vorrecht über die geistigen Dinge anmaßt. Es wird jede Kirche entmachten und sie verdrängen, indem es sich ohne weiteres zur wahren
und einzigen Kirche aufwirft: in der einen oder anderen Weise, bewußt oder unbewußt, wird es zur heidnischen und arischen Auffassung zurückkehren, zur solaren Synthese aus Königtum und Priestertum, zum "Sacrum Imperium".
Wenn wir schärfer hinblicken, so können wir eben dies in der imperialen Idee sehen, die sich im Mittelalter gegen die Kirche behauptete, vor allem dank den Hohenstaufen: wir sehen keine zeitliche Macht im Aufstand gegen die geistige Autorität, sondern eher einen Kampf zwischen zwei Autoritäten derselben geistigen Art, deren jede eine übernatürliche Herkunft und Bestimmung verteidigt und ein universales und überpolitisches Recht. Auf der einen Seite, im Imperium, kehrt, wenn auch nicht ohne Milderungen und Kompromisse, die heidnische Idee des göttlichen Königs wieder, des sakralen Herrschers, lex animata in terris, lebendige Mitte für die Beziehungen einer verwandelnden kriegerischen fides, Verkörperung des männlichen und heroischen Geistespols. Auf der anderen Seite, in der Kirche, bleibt das Prinzip der geistigen Entmannung bestehen, die "priesterliche" Wahrheit, der lunare Geistespol, der mit jedem Mittel, sich nicht scheuend, die Knechte und Händler im Aufstand gegen das Imperium (die Kommunen) zu unterstützen und zu segnen, die Wiederherstellung zu verhindern versucht, um die Suprematie bewahren zu können.
Im Kampf zwischen diesen beiden großen Ideen haben wir, wie gesagt, das letzte geistige Aufblitzen des Abendlandes. Dann folgte eine Phase der Erschlaffung und der fortschreitenden Abwanderung. Wenn der moderne Staat am Ende autonom blieb, so geschah es nur deshalb, weil er vom geistigen und universalen Prinzip des Imperiums herabsank bis zum pluralistischen und plebejischen Prinzip der "Nation"; weil er vergaß, was Königtum im traditionellen Sinn bedeutet; weil er nicht wußte, daß das politische Problem nicht trennbar ist vom religiösen Problem, und an jeder Frage uninteressiert war, die hinausging über die materiellen Interessen und Ansprüche der jeweiligen Rasse und der jeweiligen Nation; indem er allen Übergriffen des Humanismus und der sogenannten "Gedankenfreiheit" das Feld überließ, schrumpfte er zusammen zu einer nichts als zeitlichen Macht. Wir gelangen damit zu den heutigen Horizonten, innerhalb deren wir auf der einen Seite einen wesentlich weltlichen und antiaristokratischen Staat sehen, der sich in wirtschaftlichen, militärischen und Verwaltungsfragen erschöpft und sich jeder Kompetenz in geistigen Dingen begibt; und auf der anderen eine vom Schisma zerrissene lunare Religion, die an der Politik uninteressiert ist, die sich, als katholische Kirche, auf eine Art große internationale Glaubensvereinigung beschränkt und nur mehr einer verblichenen Väterlichkeit fähig ist aufgrund prahlerischer und zweckloser Bestrebungen zum Heile der Völker - deren jedes seinen eigenen Weg geht und keinerlei religiösem Antrieb mehr folgt - oder zum Heile der "Seelen", die alle den inneren, lebendigen, konkreten und männlichen Instinkt der geistigen Realität verloren haben.
Dieser Sachverhalt kann nicht länger so bleiben - oder zumindest: wer im Ernst von Reaktion sprechen will, wer nicht in etwas zurückfallen will, wofür das ironische Wort gilt: "Plus ca change, plus c'est la même chose", darf sich nicht länger mit einem derartigen Verzicht und einer derartigen Zerreißung abfinden.
Einen Ausweg aus der Krise der abendländischen Welt gibt es nur, wenn die absolute Synthese beider Mächte wiederhergestellt wird, der politischen und der sakralen, der realen und der geistigen: auf der Grundlage eines arisch-heidnischen Weltbildes und der Herausschälung höherer Formen des Interesses, des Lebens und der Persönlichkeit - als Prinzip einer neuen Universalität.
Man werfe uns nicht Anachronismus vor. Auch in anderen Formen kann derselbe Geist heraufbeschworen werden. Daß der weltliche Verfall der politischen Idee überwunden wird, daß der Staat wieder eine übernatürliche Bedeutung erlangt und den Gipfel des Sieges über das Chaos darstellt - das ist der Kernpunkt.
Vom abstrakten "Religiösen" und vom politischen Realismus sind wir krank bis auf Mark. Diese lähmende Antithese ist im Namen unserer Gesundung und unserer Tradition zu zerschlagen.
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